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03-06-2026

Breite grenzübergreifende Zusammenarbeit in sieben neuen Interreg-Projekten

Am Montag, den 1. Juni 2026, sind fünf neue Projekte im Interreg Deutschland-Nederland Programm gestartet! Die Partner in diesen Projekten lassen sich nicht von einer Landesgrenze aufhalten und sehen die Unterschiede zwischen den Ländern als Chance für Begegnungen, Wissensaustausch und die Entwicklung von Technologien, die beiden Ländern zugutekommen.

Effektive Planung von Grünflächen in Städten

Eine dieser Technologien wird im Projekt „Städtisches Grün“ entwickelt. Die Niederlande und Deutschland haben aufgrund von Urbanisierung und Klimawandel mit Dürre, Überschwemmungen, Hitzestress, verminderter Biodiversität sowie Schäden an Wirtschaft und Lebensumfeld zu kämpfen. Öffentliche Grünflächen können diese Probleme erheblich mindern und gleichzeitig das Wohlbefinden und den sozialen Zusammenhalt fördern. Wichtig ist, dass bei der Anlage und Pflege die Wasserwirtschaft, die Biodiversität und die Klimaanpassung berücksichtigt werden. Zu diesem Zweck wird ein deutsch-niederländisches Konsortium aus KMU, Wissensinstitutionen und lokalen Behörden Lösungen für die Erfassung, Echtzeitüberwachung und Planung von Grünprojekten entwickeln, einschließlich realistischer Berechnungen der zu erwartenden Auswirkungen. Damit wird das Projekt die Lücke zwischen dem Potenzial und der Praxis öffentlicher Grünflächen schließen, wodurch die niederländischen und deutschen Innenstädte grüner und lebenswerter werden.

Innovation für die Ausbildung gegen geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Gesundheitswesen 

Im Gesundheitswesen bestehen unabhängig vom Land geschlechtsspezifische Unterschiede, wodurch insbesondere Frauen mit falschen oder verzögerten Diagnosen und vermehrten Nebenwirkungen von Medikamenten konfrontiert sind. Dieses Problem beginnt bereits an der Basis in der medizinischen Ausbildung, da es bislang keinen systematischen Ansatz für geschlechtssensible Diagnostik gibt. Hier will das Projekt „GENderMed-AI“ durch eine Kombination aus Technologie und Wissen Abhilfe schaffen. Durch die Entwicklung einer KI-gestützten, mehrsprachigen Lernumgebung mit synthetischen Konsultationsszenarien werden angehende Mediziner*innen für diese Unterschiede sensibilisiert. Die Teilnehmer trainieren reflektiertes klinisches Denken und den bewussten Umgang mit Vorurteilen. Durch die gemeinsame Entwicklung entsteht ein grenzübergreifender Referenzrahmen für geschlechtssensible medizinische Ausbildungen, der die Qualität der Versorgung stärkt und zur Verringerung geschlechtsspezifischer gesundheitlicher Ungleichheiten in der Grenzregion beiträgt. An dem Projekt sind verschiedene Universitätskliniken, weitere Experten aus dem Gesundheitswesen und Entwicklungsunternehmen beteiligt.

Entwicklungen im Sicherheitssektor

Die sicherheitspolitischen und geopolitischen Entwicklungen in Europa führen sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden zu stark steigenden Investitionen im Verteidigungsbereich. Aufgrund mangelnder Transparenz, begrenzter Netzwerke und nationaler Fragmentierung haben viele regionale KMU Schwierigkeiten, Zugang zu diesem wachsenden Markt zu erhalten. Dadurch gehen wirtschaftliche Chancen verloren, obwohl gerade die Grenzregion über komplementäre Stärken in den Bereichen Elektronik, Sensorik, Software, Werkstoffe und Systemintegration verfügt. Das Projekt „SAFE“ geht diese Herausforderung direkt an, indem es die industriellen Kapazitäten beider Länder durch Unternehmensbesuche, Fallstudien, Screenings und eine digitale Kompetenzplattform systematisch sichtbar und vergleichbar macht. Zudem wird eine Toolbox mit konkreter Unterstützung in Bezug auf technologische Anforderungen, Vorschriften und Kooperationsmöglichkeiten entwickelt. Diese Aktivitäten werden von deutschen und niederländischen Entwicklungsgesellschaften mit einem großen Netzwerk in der Grenzregion umgesetzt.

Mehr Wasserstoffmöglichkeiten für KMU

Das Projekt „H2Business“ zielt auch darauf ab, KMU zu stärken, insbesondere energieintensive KMU, die mit politischem Druck zur Nachhaltigkeit, Netzengpässen oder steigenden Energiekosten konfrontiert sind. Nicht für alle Unternehmen ist die Elektrifizierung oder der Anschluss an das nationale Wasserstoffnetz eine realisierbare Alternative. Ziel des Projekts ist es, diesen Unternehmen Chancen im Bereich Wasserstoff aufzuzeigen, indem konkrete Wasserstoffoptionen analysiert und praktisch validiert werden. KMU können sich an einem kleineren grenzübergreifenden Konsortium beteiligen, um Machbarkeitsanalysen, technische Validierungen und Entwicklungsprojekte durchzuführen. Die Projektpartner, darunter Hochschulen, regionale Entwicklungsgesellschaften und Experten auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologien, werden KMU u.a. bei der Suche nach geeigneten Partnern jenseits der Grenze unterstützen.

Austausch für einen Theaterkorridor ohne Grenzen

Im Projekt „CORE“ stehen nicht KMU im Mittelpunkt, sondern kulturelle Einrichtungen. Vier unabhängige Produktionshäuser aus Arnhem, Groningen, Münster und Düsseldorf schließen sich zu einer gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft zusammen. Als freie Produktionshäuser arbeiten sie mit Theatermachern und Kollektiven zusammen, die als kleine Kulturunternehmen agieren: mobil, (inter)national ausgerichtet und daran gewöhnt, in unterschiedlichen Kontexten zu arbeiten. Um die grenzübersteigende Zusammenarbeit und Produktion zukunftsfähig zu stärken, wird ein intensiver Wissensaustausch stattfinden, durch den Arbeitsweisen und Publikumsstrategien beider Länder kombiniert werden. Zudem werden in deutsch-niederländischen Tandems von Kunstschaffenden Workshops besucht und ganze Theaterproduktionen auf die Beine gestellt, die auch vor Publikum in der Grenzregion aufgeführt werden.

Projekte rund um Wasserwirtschaft und inklusive Fahrradmobilität

Bereits im Mai 2026 starteten die beiden Projekte „Der Rhein Bewegt“ und „FITS“. 

Im Projekt „Der Rhein Bewegt“ arbeiten deutsche und niederländische Behörden gemeinsam an der Überwachung von Sedimenten und Plastik im und auf dem Grund des Rheins in der Grenzregion. Behörden auf beiden Seiten der Grenze betreiben ein intensives Sedimentmanagement mit Blick auf Hochwassersicherheit, Wasserqualität, Klimaanpassung, Natur, Schiffbarkeit und andere Nutzungsfunktionen. Bestehende Methoden werden evaluiert, verbessert und harmonisiert. Zudem wird an innovativen Methoden mit neuen bild-, ton- und KI-basierten Techniken gearbeitet. Am Ende des Projekts werden gemeinsame Überwachungsstrategien für Sedimente und Plastik erstellt, und die Partner unterzeichnen eine Vereinbarung, mit der sie die Anwendung der gemeinsamen Strategien bestätigen.

Das Projekt „FITS“ konzentriert sich auf Inklusion im Bereich der Mobilitätsdienste. Neue, angepasste Fahrzeuge wie Dreiräder, Rikschas, Rollstuhltransporträder und Tandems sollen älteren Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität helfen, weiterhin Fahrrad zu fahren. Diese Optionen sind jedoch teuer, benötigen viel Stauraum und sind in den derzeitigen Fahrradverleihsystemen nicht verfügbar. Dadurch fallen viele Menschen aus dem Mobilitätsangebot heraus, was zu sozialer Ausgrenzung und einer Einschränkung der persönlichen Unabhängigkeit führt. Das Projekt will dies ändern und wird selbst angepasste Fahrräder in neue Mobilitätsdienste integrieren, die anschließend an verschiedenen Orten in der Grenzregion getestet werden. Zu diesem Zweck wurde eine Zusammenarbeit zwischen Pflegeeinrichtungen, Kommunen, (sozialen) Mobilitätsanbietern, Forschungseinrichtungen und Herstellern von angepassten Fahrrädern ins Leben gerufen.

Im Rahmen dieser Projekte werden von Interreg Deutschland-Nederland und den teilnehmenden Organisationen gemeinsam mehr als 22 Millionen Euro in die Region investiert. Die Projekte werden von der Europäischen Union sowie nationalen und regionalen Behörden kofinanziert.

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